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          • Exkursion der Zehntklässler in das ehemalige Konzentrationslager Dachau
            • Exkursion der Zehntklässler in das ehemalige Konzentrationslager Dachau

            • Erinnern heißt: Begreifen, was war, was ist, was werden kann.“ (Ulrike Scharf)            

              Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt.“ – Bundespräsident Roman Herzog, 27. Januar 1996.

              Am 15. April 2026, also kurz vor dem Jahrestag der Befreiung (29.04.1945), unternahmen die drei zehnten Klassen der Realschule Weil der Stadt eine eindrucksvolle Exkursion zum ehemaligen Konzentrationslager Dachau bei München. Diese Fahrt, initiiert und organisiert von der Geschichtslehrerin der drei Klassen, Frau Sturm, war ein Beitrag zur Erinnerungskultur und zur Demokratiebildung unserer Schülerinnen und Schüler. 

              Das Konzentrationslager Dachau, 1933 als erstes seiner Art in Deutschland errichtet, diente als Modelllager für die späteren Konzentrationslager. Es befand sich in der Nähe der Stadt Dachau, etwa 20 Kilometer nordwestlich von München. Heinrich Himmler, der damalige Polizeipräsident von München und später Reichsführer der SS, war maßgeblich an der Gründung des Lagers beteiligt. 

              Es war ein Ort des Schreckens und Unmenschlichkeit, wo über 200.000 Menschen unterschiedlichster Herkunft und Glaubensrichtungen inhaftiert wurden. Bis zur Befreiung 1945 durch die US-amerikanischen Streitkräfte starben dort etwa 41.500 an Folgen von Misshandlungen, Krankheiten und Unterernährung. Das Lager war in verschiedene Bereiche unterteilt, darunter Baracken für die Gefangenen und ein Bereich für medizinische Experimente.

              Am 29. April 1945 wurde das Lager von den amerikanischen Streitkräften befreit. Die Befreiung von Dachau enthüllte die Gräueltaten, die dort begangen worden waren, und trug erheblich zur internationalen Empörung über die Verbrechen des NS-Regimes bei.

              Vor Ort hatten die und Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, an thematischen Führungen teilzunehmen, die einen Einblick in die Geschichte des Lagers und die Verbrechen der Nationalsozialisten gaben. Die Führungen konzentrierten sich auf die Schwerpunkte Zivilcourage, Antisemitismus und die Rolle der Täter – Themen, die zu intensiven Gesprächen und Reflexionen anregten. Unsere Schülerinnen und Schüler  verhielten sich während des gesamten Aufenthalts vorbildlich und zeigten großes Interesse und Respekt gegenüber diesem wichtigen historischen Ort.

              Ein besonderer Aspekt des Besuchs war auch die Verbindung zur aktuellen Prüfungslektüre  „Als die Welt uns gehörte" von Liz Kessler, deren Handlung teilweise im Konzentrationslager Dachau spielt, wo Frank Grünberg, der Vater eines der Protagonisten, übergangsweise inhaftiert ist. Durch den Besuch des Ortes konnten die Schüler die im Buch beschriebenen Ereignisse und Emotionen besser nachvollziehen und die dahinter stehenden menschlichen Schicksale deutlicher erkennen.

              Der Tag in Dachau war nicht nur eine Reise in die Vergangenheit, sondern auch eine wertvolle Lektion für die Zukunft. Durch das Erinnern an die Schrecken der Vergangenheit können wir daran arbeiten, eine gerechtere und friedlichere Welt zu gestalten. Ein großer Dank gilt Frau Sturm und den begleitenden Lehrkräften, die diesen lehrreichen Ausflug ermöglicht haben, aber auch dem Förderverein der Realschule Weil der Stadt, der die Fahrt großzügig finanziell unterstützt hat.

          • Berufswege AG bei Nussbaum
            • Berufswege AG bei Nussbaum

            • Am 12.03.26 hieß es wieder „Passendes Schuhwerk angezogen und los geht’s durch Weil der Stadt“, denn unser Ziel an diesem Nachmittag war die Nussbaum GmbH & CoKG.

              Das Unternehmen druckt für viele Komunen und Städte in Baden-Württemberg das ortsspezifische "Blättle". Am Standort Weil der Stadt angekommen durften wir als erstes drei Auszubildende des Unternehmens kennenlernen, welche uns jeweils ihre Ausbildungsberufe vorstellten und von ihren Erfahrungen im Bezug auf „Schulfächer“, Arbeitsalltag, Voraussetzungen, etc. erzählten.

              Im Anschluss ging es in die Druckerei, wo wir jeden Schritt des Druckvorgangs sehen konnten. Besonders eindrucksvoll fanden wir den Druckprozess selbst, da aus dem Physikunterricht zwar bekannt war, wie sich Farben ergeben, aber einmal zu sehen, wie ein ganzes farbiges Amtsblatt daraus entsteht, ist doch etwas ganz anderes.

              Nach all diesen neuen Informationen werden wir künftig mit anderen Augen auf unser „Blättle“ schauen.

              Wir bedanken uns für den schönen Ausflug und freuen uns auf weitere Kooperationsmöglichkeiten.

          • Autorenlesung mit Liz Kessler im Literaturhaus Stuttgart
            • Autorenlesung mit Liz Kessler im Literaturhaus Stuttgart

            • Am 27. März 2026 besuchten die Zehntklässler der Realschule Weil der Stadt eine besondere Autorenlesung im Literaturhaus Stuttgart. Zu Gast war die britische Autorin Liz Kessler, die aus ihrem bewegenden Roman „Als die Welt noch uns gehörte“ las. Die Lesung fand auf Englisch statt, wurde jedoch übersetzt. sodass alle dem Inhalt gut folgen konnten.

              Neben ausgewählten Textstellen aus dem Buch gab sie vor allem interessante Einblicke in die Entstehungsgeschichte ihres Romans. Musik spielt in ihrem Schreibprozess eine wichtige Rolle: Bevor sie mit dem Schreiben eines Buches beginnt, erstellt sie zunächst eine passende Songliste, um sich in die richtige Stimmung zu versetzen.

              Ein zentraler Beweggrund für das Schreiben des Buches liegt in ihrer eigenen Familiengeschichte: Ihr Vater stammt aus Wien – genau wie die drei Hauptfiguren im Roman. Während der Zeit des Zweiten Weltkriegs konnten er und seine Eltern bei einer hilfsbereiten englischen Familie Zuflucht finden und so überleben. Mit ihrem Buch wollte Liz Kessler diese Geschichte noch zu Lebzeiten ihres Vaters festhalten und zugleich ihre in Auschwitz ermordete Tante ehren.

              Die Idee zu dem Buch trug die Autorin bereits etwa zehn Jahre lang mit sich, bevor sie mit der konkreten Arbeit begann. Für die Recherche reiste sie zwei Jahre lang durch insgesamt fünf Länder. Besonders eindrücklich schilderte sie ihren Besuch im Konzentrationslager Auschwitz, das sie als „den grausamsten Ort der Welt“ bezeichnete. Trotz der emotional belastenden Recherchereise gab es auch positive Momente – etwa den Besuch des Praters in Wien. Dort ließ sie schließlich auch die Handlung ihres Romans beginnen.

              Beeindruckend war auch der Schreibprozess selbst: Den ersten Entwurf ihres Buches verfasste Liz Kessler innerhalb von nur fünf Wochen. Sie erklärte außerdem, dass sie sich bewusst ist, wie aufwühlend und traurig das Buch für Leserinnen und Leser sein kann. Für sie selbst sei das Schreiben jedoch noch viel intensiver gewesen – sie habe die Geschichte „tausendmal so traurig“ durchlebt, da sie eine sehr starke Verbindung zu ihrer eigenen Herkunft spürte. Dennoch betonte sie, dass alle Figuren des Romans fiktiv seien.

              Die Lesung war insgesamt sehr persönlich und besonders bewegend war der Moment, als ein Video ihres Vaters gezeigt wurde. Darin richtete er eine eindringliche Botschaft an die Zuhörerinnen und Zuhörer: „So etwas darf nie mehr passieren!“

              Zum Abschluss der Veranstaltung betonte Liz Kessler, dass sie ihre Lesungen gerne mit einer “happy question“ beenden möchte. Auf die Frage, wie sie es finde, dass ihr Buch so erfolgreich sei und inzwischen sogar Prüfungslektüre an Realschulen in Baden-Württemberg geworden ist, antwortete sie sichtlich gerührt: Dies sei “the honor of my life“.

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